
Der Morgen ist kühl, über dem Wasser liegt ‚Seerauch‘, als Lara – eine junge Abteilungsleiterin in einem wachsenden Technologieunternehmen –zu Fuss von der Bushaltestelle ins Büro eilt. Sie weiss nicht so recht, ob es die Temparatur ist, die sie frieren lässt, oder die Gedanken an den heutigen Morgen im Unternehmen.Sie steht an der Schwelle ihrer ersten grossen Herausforderung: Eine strategische Neuausrichtung, ein verunsichertes Team, hoher Druck von oben.
In solchen Momenten zeigt sich, was Führung wirklich bedeutet. Denn nicht nur Ergebnisse zählen, sondern auch, wie diese entstehen.
„Führung ist kein Sprint, sondern ein Kurs, den man halten muss – auch bei unruhiger See.“
martin Frauchiger
Konsistenz – Verlässlichkeit statt Geschwindigkeit
Lara erinnert sich an ihre frühere Mentorin und Vorgesetzte. Sie war nie laut, nie hektisch. Ihre Entscheidungen waren manchmal langsam, aber stets nachvollziehbar.
Mitarbeitende wussten, woran sie waren. Konsistenz bedeutet:
- Sich selbst treu bleiben – unabhängig von Druck oder kurzfristigem Erfolg.
- Gleiche Werte leben – auch wenn niemand zuschaut.
- Entscheidungen begründen – und Verantwortung dafür übernehmen.
Konsistenz schafft Vertrauen. In einer Welt ständiger Veränderung ist sie der Anker, an dem sich Teams orientieren.
Transparenz – Klarheit schafft Sicherheit
Lara beschliesst, offen mit ihrem Team über die Lage zu sprechen.
Kein Schönreden, kein Verschweigen. Sie teilt Zahlen, Risiken und Chancen – und bittet ihre Mitarbeitenden um Ideen.
Zunächst herrscht Stille, dann entsteht Bewegung. Die Offenheit wirkt.
Menschen fühlen sich ernst genommen, dann, wenn Informationen geteilt werden und nicht zurückgehalten.
Transparente Führung zeigt sich durch:
- Klare Kommunikation – auch über Ungewissheiten.
- Ein offenes Ohr – statt fertige Antworten.
- Das Teilen von Hintergründen – nicht bloss von Entscheidungen.
Transparenz nimmt Angst. Sie macht Führung menschlich und glaubwürdig. Echte Stärke zeigt sich darin, Dinge beim Namen zu nennen – nicht sie zu verstecken.
Demut – Stärke ohne Stolz
Nach einigen Wochen läuft das Projekt stabil. Statt sich selbst zu feiern, richtet Lara den Fokus auf ihr Team.
Sie weiss, dass kollektiver Erfolg immer grösser ist als individueller. Sie nennt die Ideen, welche vom Team kamen und schmückt sich nicht mit fremden Federn.
Demut heisst für sie nicht, sich kleinzumachen, sondern Grösse zuzulassen – die Grösse anderer.
Demütige Führung zeigt sich darin:
- Erfolge zu teilen, nicht zu vereinnahmen.
- Kritik anzunehmen, ohne Verteidigung.
- Sich selbst als Lernende zu sehen – nicht als Alleinwissende.
Demut ist der Schlüssel zu Respekt. Menschen folgen gerne jemandem, der ihnen Raum gibt.
„Führungsstärke misst sich nicht am Ego und der Selbstdarstellung, sondern an der Fähigkeit, andere gross werden zu lassen.“
Martin Frauchiger